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Aktualisiert, ergänzt und überarbeitet …


 Anfang 2018 erschien in Zusammenarbeit mit

Leopold KohrAkademie®, Salzburg

EF Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie e.V. München

das E-Book

Menschliches Maß gegen Gier und Hass 

Small is beautiful im 21. Jahrhundert

von Michael Breisky

Epubli, Berlin,  ISBN 9783745080636

 

Vorwort

Vier Wochen im Sommer 2016 brachten das Ende einer weltgeschichtlichen Epoche: 23.Juni: Brexit – die EU kaputt? 14.Juli: Nizza – erster islamistischer Massenmord ganz ohne Waffen; 15. Juli – Militärputsch im EU-Kandidatenland Türkei, 16. Juli: „Machtergreifung“ Erdogans; 20. Juli – die „Grand Old Party“ resigniert und nominiert Donald Trump für die US-Präsidentschaft –  der atlantische Graben wird immer tiefer.
Unter dem Auf und Ab der Tages-Politik rollt schon seit längerem eine gewaltige Grundwelle auf uns zu und bricht nun als Tsunami über uns herein. Europa als Mutter der Aufklärung hat sich gewandelt: es ist nicht mehr Exporteur von Demokratie, Menschenrechten und Stabilität, es ist vielmehr dabei zu resignieren und sich auf eine brüchige Festung zurück zu ziehen. Denn mehr und mehr Menschen der politischen Mitte sehen sich heute als Verlierer; sie drängen nun mit ihren Ängsten an die Macht – oder das, was davon geblieben ist. Die Epoche des Fortschritts durch Vernunft ist offenbar vorbei.
Zugegeben, nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten im November 2016 haben Populisten und Extremisten in Kern-Europa vorerst nicht mehr siegen können, und auch das Wirtschaftswachstum zog 2017 wieder ordentlich an. Deswegen ist aber keineswegs alles wieder “paletti”. Denn an der Missachtung der Grund-Übel unserer Zeit durch den Mainstream in Politik und Medien hat sich nichts geändert: Im Wesentlichen wird weiter an den Globalisierungs-Verlierern, am Stillstand der Umwelt- und Klima-Politik oder den Irrwitzen der internationalen Finanzpolitik vorbei geredet. Und in der Flüchtlings- und Integrationsdebatte wurden zwar viele Aspekte beleuchtet, nicht aber das, was den Völkern Europas am meisten unter den Nägeln brennt: der zerbrechende kulturelle Gemeinsinn.

Im Buch „Halbzeit im Kampf gegen den Mammon“, das 2015 in kleiner Auflage erschienen ist, habe ich gezeigt, wie man – trotz Tsunami – Demokratie und Europa ausbauen, aber auch gelungenes Leben finden kann. Zwei dramatische Jahreu später liegt es nahe, diesem Buch nun eine zweite Auflage folgen zu lassen. Im wesentlichen unverändert, wurde die Neuauflage für einige Glättungen, Präzisierungen und Kürzungen genutzt. Auch wurde dort, wo es sinnvoll war, auf zwischenzeitig eingetretene Ereignisse Bezug genommen; Neues ist etwa zu Europa, Populismus und Gemeinsinn eingefügt. Aus verlagsrechtlichen Gründen erscheint diese Version nun jedoch unter neuem Titel.

Was Paracelsus für die Medizin gesagt hat, gilt auch für die großen Ideen: Alles ist Gift, entscheidend ist die Dosis“. Der Philosoph des Menschlichen Maßes Leopold Kohr trifft damit den Kern dieses Buches: die Aufklärung hat vergessen, der linearen Vernunft mit dem Menschlichen Maß ihre Grenzen zu setzen. Daher sind viele „große Ideen“ – wie Demokratie und Toleranz, Markt und Globalisierung – ins Unmaß geraten. Denn überzogene Abstraktionen und Algorithmen entziehen diesen Ideen den Flankenschutz der Überschaubarkeit. Kurz: ein ständiges Mehr an Effizienz ist heute dabei an ihren Nebenwirkungen zu scheitern.

Nicht genug damit, ist nun im Zeichen der Gier eine Eigendynamik entstanden, die diese Exzesse bündelt – ich sehe das als den „Mammon“ unserer Zeit. Seine Diener geben in Politik-Management und Hoch-Finanz den Ton an. Es ist das ein Neo-Feudalismus, der sich hinter einem Panzer der Komplexität versteckt, und zu dem es angeblich keine Alternative gibt.

Diesen Panzer durchbricht ein Weltbild, das sich auf Überschaubarkeit und die Kooperation der Zivilgesellschaft stützt. In Weiterentwicklung der Ideen Leopold Kohrs, E.F. Schumachers, Martin Nowaks und Charles Eisensteins versuche ich hier eine solche Sicht zu entwerfen. So zeigt meine „Drei-Schritt-Methode“, wo jeweils das Menschliche Maß liegt; und wie mit strikter Regionalisierung sowie einer Reform der Geld- und Zinspolitik der Schritt von alternativlosem Frust zu gelungenem Leben gelingen kann. Es ist das eine stille Revolution „von unten“, die – noch immer außerhalb medialer Aufmerksamkeit – schon weit fortgeschritten ist, und die nach vielen erfolgreichen Pilotprojekten nun vor dem Durchbruch steht. Man muss sich nur trauen – Du, ich und unser Nachbar.

St. Lorenz, Neujahr 2018
Michael Breisky

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menschliches-mass.com (c) by Michael Breisky 2015